Zwischen Gottesdienst, Friedhof und Begegnung
Christine Hasler sorgt als Sakristanin in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Bendern LI dafür, dass Kirche, Friedhof und Gottesdienste sorgfältig vorbereitet sind. Sie pflegt Blumen und Paramente, koordiniert Einsätze und ist oft Ansprechperson für Pilgernde und Besuchende.
Seit fast zwölf Jahren übe ich die Tätigkeit als Mesmerin mit Leidenschaft aus. Es gab noch keinen Tag, an dem ich mich nicht aufs Neue darauf gefreut hätte, frühmorgens die Kirche aufzuschliessen und meine Aufgaben zu erledigen. Der Beruf der Sakristanin ist sehr vielfältig – aber ehrlich gesagt, sehe ich meine Aufgabe nicht als Beruf, sondern als Berufung.
Der Weg zum Dienst am Herrgott
Davor arbeitete ich nach einer kaufmännischen Lehre und verschiedenen Weiterbildungen jahrelang in der Finanzbuchhaltung. Das war eine ziemlich trockene Materie und ich hatte eigentlich den Wunsch, etwas anderes zu machen. Aber ich wusste nie was genau. Da ich mich schon immer stark im Pfarreileben engagierte, fragte mich eines Tages der Gemeindevorsteher, ob ich mir vorstellen könnte, Mesmerin zu werden. Obwohl ich zuerst nicht wirklich an die Idee glaubte, habe ich mich schliesslich überreden lassen. Bereits am ersten Arbeitstag wusste ich: Ich bin angekommen.
«Bei vielen Anliegen bin ich die Ansprechperson – sei es für Pilgernde auf dem Jakobsweg oder zufällige Besucherinnen und Besucher der Kirche.»
Christine Hasler
Täglich grüsst die Pfarrei
Jeden Morgen, wenn ich mit dem Auto zum historischen Bendner Kirchhügel fahre und an unserer wunderschönen Maria-Lourdes-Grotte vorbeikomme, betrete ich die Kirche und richte mein Dankgebet an den Herrgott. Dann beginnt mein Dienst gegen 8 Uhr. Zuerst lüfte ich die Räume und mache einen Kontrollrundgang in und um die Kirche sowie den Friedhof. Den Friedhofgarten mit den verschiedenen Rabatten pflege ich mit viel Liebe. Gleichzeitig überprüfe ich, ob die Laternen und Grabkerzen alle noch brennen.
Jeden Morgen gehe ich den kurzen Fussweg zur Maria-Lourdes-Grotte unserer Pfarrei, kontrolliere, ob es noch genügend Opferkerzen gibt, kümmere mich um die Blumen und achte darauf, dass alles in Ordnung ist. Auch in der Sakristei schaue ich nach dem Rechten oder ich kümmere mich um die gesamte Haustechnik. Ich bediene zum Beispiel das Geläute oder die Licht- und Audioanlage.
Das Planen, Erstellen und Pflegen des Kirchenschmucks und der Blumen gehören zu meinen Lieblingsaufgaben. Als Sakristanin bin ich ebenfalls für die Pflege der Paramente und Ministranten-Kleider sowie für die Einsatzplanung der Ministranten, Lektorinnen und Organisten zuständig.
Wir haben in unserer Pfarrei Mariä Himmelfahrt jeden Tag ausser montags einen Gottesdienst. Das Schönste an meiner Arbeit ist der Dienst für die Heiligen Messen. Ich treffe verschiedene Vorbereitungen für den Gottesdienst. Trifft der Pfarrer ein, besprechen wir, was ansteht. Ich habe oft auch die Gelegenheit als Lektorin die Lesung und die Fürbitten vorzutragen. Nach der Heiligen Messe reinige ich die liturgischen Gefässe wie Kelche und Schalen und räume sie weg.
Berufliche Erfüllung gefunden
Bei vielen Anliegen bin ich die Ansprechperson – sei es für die Planung von Anlässen, für Pilgernde auf dem Jakobsweg oder zufällige Besucherinnen und Besucher in der Kirche. Es erfüllt mich sehr, dass die Leute spüren, dass ich meine Arbeit mit Leib und Seele mache und sie mich als Vertrauensperson sehen. Zwischen meinen täglichen Aufgaben werde ich oft angesprochen, die Menschen suchen das Gespräch und ich darf mir dafür Zeit nehmen.
Ich habe eine Sechstagewoche und ein Wochenende pro Monat frei. An den Hochfesten arbeite ich eigentlich immer. Das macht mir nichts aus, denn ich verrichte meinen Dienst sehr gerne. Die Möglichkeit, als Mesmerin zu dienen und zu arbeiten, ist eines der grössten Geschenke Gottes, die ich je erhalten habe – und dafür bin ich sehr dankbar.