Neue Lebensperspektiven schaffen
Stephan Kurpanik berät Menschen in schwierigen Lebenslagen, begleitet Freiwillige und arbeitet mit Behörden und Fachstellen zusammen. Als Sozialarbeiter im Pastoralraum Kriens LU verbindet er persönliche Unterstützung mit Quartier- und Projektarbeit. Dabei zeigt sich, wie neue Kontakte einem einsamen Menschen wieder Lebensmut geben können.
Im Team der Pfarrei St. Gallus führe ich unter anderem Sozialberatungen durch. Ich organisiere und unterstütze zudem Pfarreianlässe, begleite die Freiwilligenarbeit und arbeite in der Quartier- und Projektarbeit mit Behörden und anderen Netzwerkpartnern zusammen.
Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte ich zuerst eine Ausbildung in der Pflege und arbeitete anschliessend auf einer Intensivstation. Diese Arbeit war sehr herausfordernd. Mir blieb kaum Zeit, mich den Patientinnen und Patienten über das Medizinische hinaus auf einer persönlichen Ebene zu widmen.
«Die Nähe zu den Menschen und das vielfältige Tätigkeitsfeld haben mich motiviert.»
Stephan Kurpanik
Während eines ehrenamtlichen Sozialjahres in einem Wohnheim für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen entstand bei mir der Wunsch, Sozialarbeit zu studieren. Ausschlaggebend war für mich die Nähe zu den Menschen und das vielfältige Tätigkeitsfeld. Nach dem Studium arbeitete ich unter anderem in einem stationären Hospiz. Ich war zudem im Austrittsmanagement eines Spitals sowie in sozialen Beratungsstellen tätig. Die gesammelten Erfahrungen haben meinen Horizont erweitert und bilden heute das Fundament für meine Tätigkeiten im Sozialdienst der Pfarrei.
Zeit für Begegnung und Austausch
Angesichts der Vielfalt an Aufgaben und Terminen ist es mir wichtig, im Arbeitsalltag vorausschauend und gut strukturiert unterwegs zu sein. Die Pflege der Netzwerke, der Austausch mit den Institutionen und den kirchlichen Mitarbeitenden sowie die Koordination der vielen Personen, die sich freiwillig engagieren, macht meine Arbeit interessant und anspruchsvoll. Diese Schnittstellenfunktion braucht viel Zeit und Geduld – und ich bin froh, dass ich den Raum dafür erhalte.
Menschen zum Aufblühen verhelfen
Es lohnt sich, genau hinzuhören. Ein Beispiel: Ein pensionierter, alleinstehender Mann kam zu mir in die Beratung und erkundigte sich nach den Möglichkeiten und Kosten seiner eigenen Beisetzung. Bei genauerem Nachfragen zeigte sich, dass er im Alltag kaum Kontakte mit Mitmenschen pflegte. Er fühlte sich zutiefst einsam und hatte keinen Lebenswillen mehr. Durch regelmässige Gespräche ermutigte ich ihn dazu, unsere Pfarreiangebote wie den Mittagstisch oder den Jass-Nachmittag zu besuchen und an gemeinsamen Wanderungen teilzunehmen.
Durch meine Unterstützung kam er immer häufiger zu den Treffen und lernte Gleichgesinnte kennen. Er fand hier Anschluss und blühte förmlich auf. Zu meiner grossen Freude konnte ich ihn sogar als Freiwilligen für unseren Geburtstagsbesuchsdienst gewinnen. Die Jubilarinnen und Jubilare zu besuchen und ihnen seine Zeit zu schenken, empfindet er jedes Mal als grosse Bereicherung und Freude. Sein ursprüngliches Anliegen betreffend Beisetzung ist für ihn inzwischen kein vordergründiges Thema mehr.