Vom Polymechaniker zum Priester
Ivan Šarić arbeitet als Priester in der Bruder-Klaus-Pfarrei in St. Gallen-Winkeln. Seine Tage beginnen früh mit einem Gebet, um Kraft für seine Aufgaben zu schöpfen. Neben der Verantwortung für Gottesdienste sowie der Durchführung von Sakramenten ist er oft unterwegs und begleitet Menschen in verschiedenen Lebenslagen – seelsorgerisch und spirituell.
«Das A und O für diesen Beruf ist es, Menschen gerne zu haben. Einfach weil sie sind.»
Ivan Šarić, Priester
Von der Polymechanik über die Päpstliche Schweizergarde in den Dienst der Katholischen Kirche
Geboren und aufgewachsen bin ich in Wil (SG). Meine Eltern sind 1986 aus wirtschaftlichen Gründen von der Region Herzegowina in die Schweiz ausgewandert. Mit zwei Brüdern und zwei Schwestern wuchs ich als Zweitältester in einer grossen Familie auf. Ursprünglich lernte ich Polymechaniker und arbeitete nach Lehrabschluss kurz bei Stadler Rail, bevor ich ins Militär weiterzog. Ein wichtiges Kapitel in meinem Leben war die Zeit in der Päpstlichen Schweizergarde, in der ich unmittelbar nach dem Militärdienst dreieinhalb Jahre lang diente. In meinem ersten Dienstjahr war ich unter Papst Benedikt XVI aktiv. Schliesslich war ich bis zum Ende seines Pontifikates sowie bei seinem Abschied dabei. In dieser für mich wertvollen Lebensphase beschäftigte ich mich damit, ob ich zum priesterlichen Dienst berufen bin oder nicht. Nach langer und reifer Überlegung sowie vielen Gesprächen mit bekannten Priestern, die mir ihre eigene Berufungsgeschichte erzählten, entschied ich mich dazu, die Schweizergarde zu verlassen und mich als Priester in den Dienst der Katholischen Kirche zu stellen.
Berufung gefunden
Obwohl ich kirchlich in der kroatischen Mission aufwuchs, war für mich klar, dass ich im Bistum St. Gallen studieren werde. Hier war ich sechs Jahre lang in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Wil als Ministrant tätig. Als ich im Sommer 2015 aus Rom zurückkehrte, besuchte ich das Einführungsjahr zum Theologiestudium in Givisiez. Damals setzte ich mich nochmals intensiv mit meiner Berufung auseinander. Nach dem Einführungsjahr trat ich ins Priesterseminar St. Lambert in Lantershofen in Deutschland ein, wo ich mein Theologiestudium beendete.
Work-Life-Balance: musikalisch und sportlich fit bleiben
Als Priester habe ich verschiedene Arbeitsorte. Etwa ein Drittel meiner Arbeitszeit verbringe ich vor Ort: an Gottesdiensten, Beerdigungen, Sitzungen, Erstkommunion-Vormittagen, Firmwochenenden- oder im Religionsunterricht. Die restliche Arbeitszeit widme ich den Vorbereitungen dafür. Diese erledige ich meistens in meinem Büro in Winkeln oder manchmal auch zu Hause in meiner Pfarrwohnung in Engelburg. Je nachdem, wie ich vorwärtskomme oder wenn ich gerade wenig Termine habe, kann ich mir zwei oder drei Tage freihalten, um meinen Hobbys nachzugehen oder Freunde zu besuchen. Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich in der Musik und im Sport. Ich wandere gerne, jogge regelmässig oder mache Crossfit. Musikalisch interessiere ich mich vor allem für kroatische Lieder, moderne geistliche Musik, aber auch für gregorianische Choräle und Orgelmusik.