Diakon
Du möchtest Menschen helfen, die am Rand der Gesellschaft stehen oder eine schwere Zeit durchmachen? Als Diakon bist du in der Seelsorge tätig und begleitest Menschen durch herausfordernde Lebenslagen. Zudem gestaltest du Gottesdienste, spendest das Sakrament der Taufe und assistierst bei Eheschliessungen.
Aufgabenbereich
Je nach Pfarrei werden unterschiedliche Schwerpunkte im Aufgabenfeld gesetzt, abhängig von den Bedürfnissen der Gemeinde und deinen Fähigkeiten.
Mitmenschen helfen
- Du begleitest Menschen in schwierigen Situationen und Lebenslagen – darunter Armutsbetroffene, Kranke, Geflüchtete oder Asylsuchende.
- Mit deinem Engagement organisierst du soziale Projekte sowie Präventiv- und Hilfsangebote.
- In der Jugendseelsorge begleitest du Ministrant:innen und Jugendgruppen wie die JUBLA oder Pfadi, leitest Lager sowie Projekte und betreust Jugendtreffs.
- Du übernimmst Aufgaben in der Altersarbeit oder gestaltest Religionsunterricht.
«Vor allem müssen wir den Menschen dienen, sie unterstützen und ihnen helfen. Wir können auch nicht alle Probleme lösen, aber wir sollten es zumindest versuchen und die Probleme anderer Menschen nicht kleinreden.»
José Paulo Da Costa Almeida, Diakon
Gottesdienste leiten und Sakramente spenden
- Du hältst Predigen und leitest Gottesdienste. Damit machst du das Wort Christi für Menschen erfahrbar.
- Du spendest das Sakrament der Taufe und assistierst bei Eheschliessungen.
- Dem Bischof oder dem Priester assistierst du bei der Feier der Eucharistie (Abendmahl).
Weihe zum Diakon
Die Weihe zum Diakon ist die erste Weihestufe und Voraussetzung für die Priesterweihe. Durch dieses Sakrament erhält der Diakon die Kraft, dem Volk Gottes in der Diakonie, der Liturgie, des Wortes und der Liebe zu dienen. Bei der Weihe versprichst du unter anderem, den Armen und Kranken beizustehen sowie den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen.
- Nur Männer können derzeit zum Diakon geweiht werden.
- Ledige Männer verpflichten sich zur Ehelosigkeit.
- Bereits verheiratete Männer können zum Diakon geweiht werden, wenn die Ehefrau der Weihe zustimmt. Man spricht dann vom ständigen Diakonat.
Ausbildung
Es gibt verschiedene Wege, wie du Diakon werden kannst – abhängig von deiner Vorbildung (mit und ohne Matura), Berufserfahrung oder einem möglichen Quereinstieg. In der Regel wirst du zuerst Seelsorger und kannst später zum Diakon geweiht werden. Allen Ausbildungswegen gemein sind ein psychologischer Eignungstest zu Beginn der Ausbildung sowie eine Berufseinführung, welche im Bistum Chur ein Jahr und in den Bistümern Basel und St. Gallen zwei Jahre dauert. Darauf folgt die Weihe zum Diakon. Eine grafische Darstellung der verschiedenen Wege in die Seelsorge findet du hier. Welcher Weg für dich der richtige ist, können wir gemeinsam in der Beratung herausfinden.
Der klassische Weg
- Ein Master in Theologie bietet dir eine umfassende akademische Ausbildung und dauert im Vollzeitstudium fünf bis sechs Jahre. Das katholische Theologiestudium kannst du an der Universität Luzern, der Universität Fribourg oder an der Theologischen Hochschule Chur absolvieren.
Kirchliche Studiengänge
- Ab Herbst 2026 können Religionspädagog:innen sowie Absolvent:innen des Studiengangs Theologie am TBI mit der dualen Ausbildung «Kirchliche Studiengänge Seelsorge» den Abschluss als Seelsorger:in erwerben. Das Studium verbindet Praxis und Theorie, dauert zwei bis drei Jahre und kann an der Universität Luzern, der Universität Fribourg oder an der Theologischen Hochschule Chur absolviert werden.
- Wenn du über eine Erstausbildung und mehrjährige Berufserfahrung in einem kirchlichen Beruf sowie über eine theologische Grundausbildung verfügst (RPI oder Studiengang Theologie), eröffnet dir das Bischöfliche Studienprogramm (BSP) in den Bistümern Basel, St. Gallen oder Chur den Weg in die Seelsorge.