Priester
Als Priester feierst du Gottesdienste, spendest Sakramente und begleitest Menschen in allen Lebenslagen. Du predigst, gestaltest Hochfeste wie Ostern und Weihnachten, stärkst Menschen in Krisen und arbeitest mit Teams, Freiwilligen und Partnern zusammen, damit Kirche lebendig bleibt.
Aufgabenbereich
Nicht jede Stelle vereint alle Aufgaben. Schwerpunkte können je nach Pfarrei, Region und deinen Stärken unterschiedlich gesetzt werden.
Gottesdienste feiern und Sakramente spenden
- Du gestaltest Gottesdienste, wählst relevante Themen und passende Bibelstellen für Predigten aus und planst besondere Festtage wie Ostern oder Weihnachten.
- Gottesdienste leitest du umsichtig und führst Anwesende durch Gebete, Lesungen, Rituale und Gesänge.
- Du spendest Sakramente – Taufe, Eucharistie, Versöhnung (Busse) und Krankensalbung – oder bestätigst den Ehebund von Liebenden.
- Du begleitest Menschen in der Trauer. Beerdigungen führst du würdevoll durch, begleitest die Beisetzung, segnest die Grabstätte und betest mit den Angehörigen.
- Mit der Pfarrgemeinde feierst du Eucharistie (Heilige Messe / Abendmahl).
«Zu Beginn sah ich mich als Pastoralassistenten mit Frau und Kindern. Während ich im Studium über so manches Bekehrungserlebnis meiner Kollegen staunte, wuchs mein Priesterwunsch langsam heran, ganz ohne Initialzündung.»
Daniel Krieg, Priester
Menschen in Not unterstützen
- Mit persönlichen Gesprächen, Rat und Gebet hilfst du in schwierigen Situationen – etwa bei Krankheit, Sinnkrisen, Einsamkeit oder nach einem Todesfall.
- Du baust Hilfs- und Präventionsangebote für Jugendliche und ältere Menschen, Obdachlose, Migrant:innen und andere benachteiligte Bevölkerungsschichten auf.
Leiten und vernetzen
- Nach einiger Zeit als Vikar/Kaplan kannst du als Pfarrer (Leitender Priester) eine Leitungsfunktion in einer oder mehreren Pfarreien und grösseren Seelsorgeräumen übernehmen und bist mitverantwortlich für Personal und Finanzen.
- Du koordinierst die Tätigkeit der kirchlichen Mitarbeitenden und arbeitest eng mit ihnen zusammen.
- Du vernetzt dich mit anderen Institutionen und kirchlichen Organen des Bistums, setzt mit anderen Pfarreien Projekte um und beteiligst dich an Aktionen der Landeskirche.
- Mit anderen Priestern stehst du im Austausch und nimmst an kirchlichen Konferenzen teil.
Spezialgebiete
Neben deiner Tätigkeit als Priester kannst du dich auf Spezialfunktionen konzentrieren.
- Du wirkst zum Beispiel als Gefängnis- oder Spitalseelsorger oder arbeitest bei kirchlichen Beratungsstellen, etwa in der Ehe- oder Jugendberatung.
- Forschung und Lehre an Hochschulen oder eine Tätigkeit in der Bistumsleitung sind ebenfalls möglich.
Weihe zum Priester
- Die Priesterweihe bevollmächtigt dich, das Volk Gottes zu leiten, den Glauben zu verkünden und die Sakramente zu spenden.
- Nur ledige oder verwitwete Männer können zum Priester geweiht werden.
- Als Priester verpflichtest du dich zur Ehelosigkeit und stellst dein Leben in den Dienst für andere.
- Voraussetzung für die Priesterweihe ist die Weihe zum Diakon.
Ausbildung
Es gibt verschiedene Wege, wie du Priester werden kannst – abhängig von deiner Vorbildung (mit und ohne Matura), Berufserfahrung oder einem möglichen Quereinstieg. Allen Ausbildungswegen gemein sind ein psychologischer Eignungstest zu Beginn der Ausbildung sowie eine Berufseinführung, welche im Bistum Chur ein Jahr und in den Bistümern Basel und St. Gallen zwei Jahre dauert. Darauf folgen ein Diakonatsjahr und die Priesterweihe. Eine grafische Darstellung der verschiedenen Wege in die Seelsorge findet du hier. Welcher Weg für dich der richtige ist, können wir gemeinsam in der Beratung herausfinden.
Der klassische Weg
- Ein Master in Theologie bietet dir eine umfassende akademische Ausbildung und dauert im Vollzeitstudium fünf bis sechs Jahre. Das katholische Theologiestudium kannst du an der Universität Luzern, der Universität Fribourg oder an der Theologischen Hochschule Chur absolvieren. Der Studienort ist mit der Regentie des Bistums abzusprechen.
Kirchliche Studiengänge
- Ab Herbst 2026 können Religionspädagog:innen sowie Absolvent:innen des Studiengangs Theologie am TBI mit der dualen Ausbildung «Kirchliche Studiengänge Seelsorge» den Abschluss als Seelsorger:in erwerben. Das Studium verbindet Praxis und Theorie, dauert zwei bis drei Jahre und kann an der Universität Luzern, der Universität Fribourg oder an der Theologischen Hochschule Chur absolviert werden.
- Wenn du über eine Erstausbildung und mehrjährige Berufserfahrung in einem kirchlichen Beruf sowie über eine theologische Grundausbildung verfügst (RPI oder Studiengang Theologie), eröffnet dir das Bischöfliche Studienprogramm (BSP) in den Bistümern Basel, St. Gallen oder Chur den Weg in die Seelsorge.
Unsicher in deiner Berufung zum Priester?
Wenn du nicht hundertprozentig sicher bist, ist das kein Grund, dich nicht auf den Weg zu machen, um deiner Berufung auf die Spur zu kommen! Nimm dir Zeit, in dich reinzuhören und dich besser kennenzulernen. Sprich mit jemandem, dem du vertraust und der Erfahrung hat – zum Beispiel mit dem Pfarrer oder der Religionslehrerin im Ort. Oder nimm Kontakt auf mit einem der auf dieser Seite aufgeführten porträtierten Priester. Oder hilf erst mal ehrenamtlich in deiner Pfarrei oder einer kirchlichen Gruppe mit. In den Bistümern Basel und Chur ist ein Einführungsjahr für Priesteramtskandidaten vorgesehen: Hier hast du noch einmal Ruhe und Zeit, deine Berufung zu entdecken.