Dein Berufungsweg
Jeder Mensch hat von Gott her seine eigene Berufung, in dieser Welt etwas zu bewirken und zu verändern. Eine persönliche Berufung zu leben heisst, die passende Lebensform zu wählen oder den richtigen Beruf zu ergreifen.
Coachingangebot
Was brauchst du, um ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen? Welche Talente, Wünsche und Interessen tragen dich und was begeistert dich wirklich? Im Berufungscoaching WaVe® gehst du diesen Fragen mit einer Beratung auf den Grund. Du wirst dabei unterstützt, deinen Weg zu erkennen und ihn Schritt für Schritt zu gehen. Das Ziel ist es, deine persönliche Berufung zu entdecken und dich auf dem Weg dorthin zu stärken.
Das Berufungscoaching WaVe® richtet sich an Menschen in Umbruchsituationen – zum Beispiel bei einer Neuorientierung, dem Wiedereinstieg ins Berufsleben oder auf der Suche nach mehr Sinn und Zufriedenheit. Der Fokus liegt dabei klar auf deiner Zukunft.
Auch Chance Kirchenberufe unterstützt dich darin, deine Berufung zu finden und zu leben. In einem Erstgespräch mit Alex Mrvik-Emmenegger, zertifizierter Coach des Berufungscoachings WaVe®, klären wir ab, ob dieser Weg für dich passt. Vereinbare hier einen Termin.
Tipps zur Entscheidungsfindung
Gerade bei wichtigen Lebensfragen kann es herausfordernd sein, eine klare Entscheidung zu treffen. Die Methode der Selbsterforschung von Ignatius von Loyola (1491–1556), dem Mitgründer des Jesuitenordens, kann dir dabei helfen. Sie unterstützt dich dabei, Verstand und Gefühl zu verbinden, deinen inneren Beweggründen auf die Spur zu kommen und tragfähige Entscheidungen zu treffen. Von seiner Methode inspiriert, lassen sich folgende Schritte für deine Berufung ableiten:
Schritt 1: Was sind deine Entscheidungsalternativen?
Oft stehen dir mehrere Möglichkeiten offen. Je mehr Möglichkeiten dir zur Verfügung stehen, desto grösser ist auch deine Entscheidungsfreiheit. Trage mutig und kreativ wie in einem Brainstorming alle Optionen zusammen, ohne diese bereits zu bewerten.
Schritt 2: Was spricht für und gegen die einzelnen Möglichkeiten?
Für eine gute Entscheidung hilft es, die Situation möglichst nüchtern zu betrachten. Notiere möglichst unvoreingenommen zu jeder Alternative die wichtigsten Pro- und Contra-Punkte. Überlege dir zum Beispiel: Wo liegen deine Stärken und Interessen? Was ist realistisch umsetzbar? Und was erscheint dir sinnvoll und stimmig – auch aus ethischer Sicht? Es kann hilfreich sein, andere Menschen um ihre Perspektive zu bitten, um ein umfassenderes Bild zu gewinnen.
Schritt 3: Wie fühlen sich die Möglichkeiten für dich an?
Neben der rationalen Analyse ist auch die Wahrnehmung deiner Gefühlsebenen entscheidend. Nimm dir genügend Zeit und horche in dich hinein, ohne dich dabei zu bewerten. Versuche neugierig und offen für alle inneren Regungen zu sein und frage dich: Welche Gefühle lösen die einzelnen Möglichkeiten in dir aus? Welche Gedanken oder inneren Stimmen sind besonders präsent? Lass diese Eindrücke einen Moment wirken, bevor du weitergehst.
Schritt 4: Was ist für dich eine gute Entscheidung?
Wenn du deine Gedanken und Gefühle zusammen betrachtest, kannst du besser erkennen, welche Option für dich stimmig ist. Dabei kann Gott dein Kompass sein – oder das, was dir im Innersten Orientierung gibt. Es hilft, einen inneren Abstand einzunehmen und zu fragen: Trägt diese Entscheidung dazu bei, dein Leben und das Leben anderer zum Guten zu verändern?
Schritt 5: Ist deine Entscheidung zukunftsfähig?
Richte den Blick nach vorne: Welche Option führt dich langfristig zu mehr innerer Freiheit, Gelassenheit und persönlichem Wachstum? In der Tradition von Ignatius von Loyola wird hier zwischen «Trost» und «Untrost» unterschieden: Untrost zeigt sich zum Beispiel in innerer Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Enge oder dem Gefühl von Getrenntsein – von dir selbst, von anderen oder von Gott. Trost hingegen äussert sich in innerer Harmonie, Frieden, Freude, Lebendigkeit und Klarheit. Achte darauf, welche Entscheidung in dir mehr von diesem tragenden Trost wachsen lässt.
Schritt 6: Deine Entscheidung leben
Wenn du diese Schritte durchlaufen hast, triff deine Entscheidung bewusst – und gehe deinen Weg mit Vertrauen. Du hast dir Zeit genommen, sorgfältig hingeschaut und dein Bestes getan. Gleichzeitig bleibt jede Entscheidung ein Prozess: Es ist sinnvoll, sie im Laufe der Zeit immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Das Leben in einer Ordensgemeinschaft
Deiner Berufung zu folgen, kann auch bedeuten, in einer Ordensgemeinschaft zu leben. Diese Lebensform ist vielfältig und verbindet Gebet, Arbeit und Gemeinschaft. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zu Gott und zu dir selbst. Viele Gemeinschaften leben in Gütergemeinschaft und pflegen einen einfachen Lebensstil. Die Gelübde von Armut, Gehorsam und Keuschheit prägen diesen Weg: Armut bedeutet Einfachheit und Teilen, Gehorsam das aufmerksame Hören auf Gott und die Menschen und Keuschheit eine Liebe, die ganz auf Gott ausgerichtet ist.
Das Ordensleben in der Schweiz ist in unterschiedlichen Formen möglich: als Ordensfrau oder Ordensmann in einem Kloster, in Säkularinstituten, als geweihte Jungfrau oder als Einsiedler:in. Die Jungfrauenweihe ist Ausdruck einer Liebe, die Christus als den ersten und einzigen Bräutigam anerkennt, und eines Lebens, das aus dieser Beziehung heraus gestaltet wird. Als geweihte Jungfrau lebst du nicht in einer Ordensgemeinschaft, sondern bereicherst die Kirche durch ein Leben der jungfräulichen Hingabe mitten in der Welt. Einsiedler:innen leben aus religiösen oder meditativen Gründen in Abgeschiedenheit von der Gesellschaft. Trotz dieser Vielfalt verbindet alle die Suche nach einem Leben in der Nähe Gottes. Erhalte Einblicke in das Leben in Ordensgemeinschaften.
Dein Weg in eine Ordensgemeinschaft
Suchst du ein Leben, das Gebet und Arbeit verbindet? Ein Leben in Stille, Gemeinschaft und Brüderlichkeit? Findest du Kraft im liturgischen Gebet und möchtest Gott näherkommen? Vielleicht wächst in dir der Wunsch, in der Nachfolge Christi zu leben, das Wort Gottes zu vertiefen oder die Lectio Divina kennenzulernen.
Der Weg in eine Ordensgemeinschaft geschieht Schritt für Schritt. Beide Seiten – du und die Gemeinschaft – lernen sich nach und nach kennen und prüfen gemeinsam, ob der Weg passt. Neben einer spirituellen Grundlage braucht es auch praktische Voraussetzungen für das Leben im Kloster oder Konvent. Jede Berufung ist einzigartig, doch allen gemeinsam ist der erste Kontakt mit einer Gemeinschaft und das Hineinwachsen ins gemeinschaftliche Leben.
Wenn du über ein Leben im Kloster nachdenkst, lohnt es sich, eine Gemeinschaft zu kontaktieren, die dich anspricht. Hier findest du einen Überblick über die Ordensgemeinschaften in der Schweiz.
Auf dem Weg ins Ordensleben kann dich auch das Buch Himmelsstürmer – Berufungsguide zum Ordensleben von Thomas Fässler und Philipp Steiner unterstützen. Speziell für Frauen gibt es auch das Buch Meinst du mich, Gott? Frauen auf dem Weg ins Ordensleben von Andrea Fux und Monika Thumm.