Wo Seelsorge viele Lebenswelten verbindet
Jacqueline Meier ist Pfarreiseelsorgerin in der Pfarrei Bruder Klaus Oberwil/Zug. Sie begleitet Menschen bei Fragen, Sorgen und in besonderen Lebenslagen, gestaltet Gottesdienste und Anlässe und vernetzt Engagierte vor Ort. Von strategischen Themen bis zu Bauprojekten ist sie in vieles eingebunden. Gerade diese Vielfalt lässt sie immer weiterlernen.
In der Pfarrei bin ich für die Menschen mit ihren Fragen, Anliegen und Sorgen ansprechbar. Dazu gehören auf Wunsch auch Kranken- und Hausbesuche. Einfach für die Menschen da zu sein, ist das Wichtigste. Weiter organisiere und gestalte ich Gottesdienste sowie Anlässe und vernetze dabei engagierte Personen und Institutionen vor Ort. Wir feiern miteinander und ich bekomme Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten.
«Ich bin bei sehr vielem involviert und lerne nie aus.»
Jacqueline Meier
Wenn ich an Sitzungen des Pfarreiteams oder von Arbeits- und Projektgruppen teilnehme, dann geht es um ganz unterschiedliche Themen – von strategischen Fragen bis hin zu Bauprojekten ist alles dabei. Ich bin bei sehr vielem involviert und lerne nie aus. Diese Breite und Abwechslung faszinieren mich. Ich könnte mir keinen schöneren Beruf vorstellen.
Manchmal zweifle ich jedoch an der Institution Kirche oder finde gewisse Entscheidungen schwer nachvollziehbar. Gleichzeitig ist mir die Kirche Heimat. Mein Grossvater war Sakristan und ich bin in einem kirchlich geprägten Umfeld aufgewachsen.
Im Dienst der Menschen
Ursprünglich machte ich eine Lehre im Detailhandel in einem Uhren- und Schmuckgeschäft. Dieses Dienstleistungsbewusstsein prägt bis heute meine Arbeit für die Menschen in der Kirche. Zur Seelsorge bin ich über die Ausbildung zur Religionspädagogin gekommen. Dort hat es mir so richtig den Ärmel reingenommen. Ich wollte noch mehr wissen und mich weiter in die Arbeit mit der Bibel und in die Theologie vertiefen.
Die Dozierenden am RPI in Luzern und die Zusammenarbeit mit einer jungen Theologin im Pfarreipraktikum haben mich zum Theologiestudium ermutigt. Dann begann ein Studium an der Theologischen Hochschule in Chur. Den Abschluss machte ich schliesslich an der Theologischen Fakultät in Luzern.
Kaffee und Koordination für Kirchenberuf-Ehepaar
Ein typischer Arbeitstag beginnt bei einem gemeinsamen Kaffee mit meinem Mann Benjamin, der ebenfalls Seelsorger ist und im gleichen Pastoralraum arbeitet. Wir besprechen Berufliches und Alltägliches, was gerade ansteht. In meiner Pfarrei Oberwil (ZG) angekommen, gehe ich E-Mails und Agenda durch und spreche mich mit der Pfarreisekretärin ab. Manchmal findet bereits ein Gespräch statt. Vieles entsteht im Austausch mit dem Pfarreirat und freiwillig Engagierten.
Besonders rund um Ostern oder Weihnachten häuft sich die Arbeit. Dann kann es sehr arbeitsintensiv und herausfordernd werden, vor allem wenn Unvorhergesehenes dazukommt. Es hilft unserem gegenseitigen Verständnis und der Organisation unseres Soziallebens, dass mein Mann und ich den gleichen Beruf haben.
Heilige Momente sind für mich, wenn ich nach einem Gottesdienst oder Anlass freudige Rückmeldungen erhalte. Dann weiss ich, mein Team und ich haben alles richtig gemacht und der Einsatz hat sich gelohnt.