Glücksmomente in schweren Zeiten
Pia Brüniger-von Moos begleitet am Luzerner Kantonsspital Patient:innen und Angehörige in aussergewöhnlichen Lebenssituationen. Als Spitalseelsorgerin verbindet sie Theologie, psychologische Nothilfe und viel Lebenserfahrung. So schafft sie selbst in Krankheit, Abschied und Trauer Momente von Nähe, Hoffnung und Zuversicht im Spitalalltag.
«Ich darf beruflich glückliche Momente schaffen.»
Pia Brüniger-von Moos
Als Spitalseelsorgerin für Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen in ihren aussergewöhnlichen Lebenssituationen da. Im Kantonsspital Luzern arbeite ich in einem Team mit acht weiteren Theologinnen und Theologen zusammen. Wir alle bringen neben einem Theologiestudium eine Weiterbildung in Spitalseelsorge und psychologischer Nothilfe mit. Daneben sind wir vielfältig spezialisiert: Trauerbegleitung, Palliative Care, Spiritual Care, Care für andere Spitalmitarbeitende, Logotherapie, Coaching- oder Meditationsausbildung und so weiter.
Vom «B-Postel» zum Apostel
Nach meiner Erstausbildung bei der Post führte mich der damalige dritte Bildungsweg zum Theologiestudium. Im Laufe meiner beruflichen Weiterentwicklung sammelte ich Erfahrungen auf der ganzen Breite der Pfarreiarbeit: unterrichten, Fastenwochen begleiten, Zeltlager im Sommer, Abschiedsfeiern gestalten, Predigtdienst und Sprecherin beim «Wort zum Sonntag» des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).
Hoffnung spenden
Meine Ausbildung, meine Berufs- und meine Lebenserfahrungen geben mir «Boden» für die anspruchsvolle Arbeit im Spital, wo wir Menschen – quer durch die ganze Buntheit unserer Gesellschaft – begleiten dürfen. Zum Beispiel, wenn ich spontan ein Segensritual für ein tot geborenes Kind einer kirchenfernen Familie vorbereite, mit den Geschwistern dazu auf der Wiese vor der Frauenklinik Blumen pflücke und die Eltern bei ihrem Abschied begleite. Es ist mir wichtig, dass ich letztlich nicht nur als Theologin zu Patientinnen und Patienten gehe – sondern ich begegne als Mensch anderen Menschen.
Glaube, Gesundheit, Glücksmomente
Vor kurzem fragte mich ein Spitalbesucher in gebrochenem Englisch, ob ich eigentlich eine Pflegerin sei. Ich überlegte einen Moment, suchte nach einer passenden Übersetzung für «Spitalseelsorgerin» – da kam er mir zuvor und sagte: «Ah, you make people happy!». Wenn es mir gelingt für Menschen selbst in fragilen Krankheitszuständen Glücksmomente zu schaffen, dann bin ich einfach dankbar und sehe dies als grosse Chance.